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Aw: Schräger Beitrag, schräge Moralvorstellungen (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Aw: Schräger Beitrag, schräge Moralvorstellungen
#142
admin (Admin)
Admin
Beiträge: 117
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Strand der unbegrenzten Freiheit? vor 6 Monaten, 4 Wochen Karma: 1  
Kommentar von Margot Aigner
Nackte Zurschaustellung an der Playa de la Tejita

Die Gemeinde Granadilla überlegt, das Nacktbaden am wohl beliebtesten Nudis­ten-Strand der Insel, der Playa de la Tejita, zu verbie­ten. Anlass: zunehmend hätten sich Familien über die vielen am ganzen Strand verteilten, unbekleideten Sonnenanbeter beschwert.

Gegen das geplante Ver­bot will sich jetzt die größte spanische Nudisten-Vereini­gung „Naturaten“ wehren. Die Gemeinde hätte kein Recht dazu, Strandbesuchern vorzu­schreiben, am Strand Kleidung zu tragen. Es sei das persön­liche Recht jedes einzelnen, für sich selbst zu entschei­den, ob er nackt baden möchte oder nicht, und ein Verbot des Nacktbadens sei somit illegal, so die Vereinigung. Der Prä­sident von Naturaten, Miguel Ramírez, erklärte gegenüber der Tageszeitung Diario de Avi­sos, dass er verstehe, dass es Menschen gäbe, denen es nicht gefalle, wenn andere nackt baden, er sich umge­kehrt aber auch nicht darüber beschwere, wenn jemand mit Badekleidung an den Strand gehe. Eine Einstellung, die an die Ignoranz mancher Raucher erinnert: „Mich stört‘s nicht, dass du nicht rauchst“ (also hat es dich nicht zu stören, wenn ich in deiner Gegenwart rauche).

La Tejita sei schon immer ein Ort der Freikörperkultur gewesen, so Ramírez. Etwas zu verbieten, nur um des Ver­bots willen, sei lächerlich. Man solle es stattdessen lieber schätzen, dass es einen sol­chen Platz gäbe. Das Nacktba­den auf einen kleinen Bereich des Strands einzuschränken, sieht der Präsident der Nudis­ten-Vereinigung als Verletzung der persönlichen Rechte, was im Widerspruch zur spanischen Verfassung stehe. Dem pflich­tet laut dem Diario de Avisos auch der Sprecher der sozi­alistischen Partei PSOE in der Gemeinde, Jaime Gonzá­lez Cejas, bei. Die Gemeinde versuche, ein Verbot aus­zusprechen, das nicht mit dem Gesetz vereinbar sei, so Cejas, der Nudismus als eine Lebensphilosophie und somit als Persönlichkeitsrecht ver­steht. Dass das Nacktbaden am Strand von La Tejita Tra­dition hat, ist unbestritten und eine Tatsache, die für die Nudisten sprechen mag. Doch die Einwände der Gegner des Nacktbadens sollten nicht einfach als Prüderie abgetan werden. Nacktbaden kann nämlich durchaus ein Aus­maß erreichen, wo die Freiheit des einen zur Einschränkung oder Belästigung des anderen wird. Wer den Strand von La Tejita kennt, weiß, dass sich Nudisten längst nicht nur an einem kleinen Strandabschnitt aufhalten, wo sie „unter sich“ sind, sondern auf der gesam­ten Strandbreite vom Montaña Roja bis Sotavento lagern und sich ungeniert direkt vor die Nase „bekleideter“ Strand­besucher legen/stellen/set­zen und gerne auch demons­trativ ihre Körper zur Schau stellen. Wer einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet um den Montaña Roja wagt, zu dem auch die Playa de la Tejita gehört, muss damit rech­nen, auch direkt entlang des öffentlichen Wegs, auf dem eigentlich nur voll bekleidete Spaziergänger, Läufer und ver­einzelt Radfahrer unterwegs sind, den einen oder anderen Nackten „in voller Pracht“ ansehen zu dürfen bzw. zu müssen. Dass es sich bei den Nackten „Wegelagerern“ fast immer um Männer handelt, mag dabei Zufall sein.

„Selbst wenn man gar nicht direkt an den Strand will, son­dern einfach nur von La Tejita durchs Naturschutzgebiet spa­ziert – beispielsweise in Rich­tung El Médano – begegnet man Nackten. Oft sitzen sie hinter Büschen direkt am Rand des Gehwegs, der gar nicht mehr richtig zum Strand gehört“, erzählt eine Anraine­rin, die nicht weit vom Strand entfernt in der Urbanización La Tejita wohnt. „Nackte am Strand stören mich nicht, aber sie entfernen sich auch vom Strand und zwingen damit ihren Anblick auch anderen auf. Richtig belästigt fühle ich mich, wenn ich dann beim Spazierengehen auch noch von einem Nackten blöd angequat­scht werde. Und das kommt leider immer wieder vor. Es stört mich natürlich auch, von bekleideten Typen dumm ange­macht zu werden, aber wenn der Kerl dann auch noch nackt ist, ist das in jedem Fall eine Belästigung. Ich würde sogar sagen eine sexuelle Belästi­gung.“

Angesichts der Tatsache, dass der Strand von La Tejita der größte und schönste Na-tursandstrand der Insel ist, der nicht nur von Nudisten, son­dern vor allem auch von Fami­lien mit Kindern gern besucht wird, sollte man doch infrage stellen, ob es der geeignete Ort ist, um das Zurschaustellen nudistischer Neigungen kritik­los als „persönliche Freiheit“ zu akzeptieren. Denn wo bleibt dann die persönliche Freiheit der anderen? Vielleicht sollte die Diskussion um die Playa de la Tejita ja als Anlass genom­men werden, um sich – vor allem auf politischer Ebene - Gedanken über die bestehende Gesetzgebung zu machen. Denn im Moment gibt das spanische Gesetz den Nudis­ten tatsächlich recht. Das Recht der Nudisten-Gegner und all jener, die sich nicht nur belästigt fühlen, sondern die tatsächlich belästigt wer­den, bleibt hingegen komplett auf der Strecke.
 
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#146
Jorge_F (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 1
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Schräger Beitrag, schräge Moralvorstellungen vor 6 Monaten, 3 Wochen Karma: 0  
Hallo miteinander,

Margot Aigner schreibt im Kanarenexpress einen Beitrag, der viele Fragen aufwirft. Einige will ich stellen.

Gleich im ersten Satz wird behauptet, dass die Gemeinde Granadilla überlege, das Nacktbaden zu verbieten. Das halte ich für frei erfunden. Die Gründe, weshalb das nun wirklich niemand bei der Gemeinde überlegt, werden im Beitrag ja später auch genannt. Wenn irgend ein Gemeindevertreter gefragt würde, ob er für die Belästigung kleiner Kindern durch Nackte am Strand wäre, würde ganz sicher Jeder mit nein antworten. Also, wer ist "die Gemeinde Granadilla"? Steht dazu etwas in einem Sitzungprotokoll?

Es wird beklagt, dass man Nackte nicht am Strand verbieten könnte, weil der Gesetzgeber das verhindern würde. Stimmt etwas nicht mit dem Gesetzgeber?

Es wird behauptet, hinter Büschen würden Nackte lauern, um andere zu belästigen. Ich bin den Weg abgeschritten. Die Büsche sind im Schnitt unter 50 cm hoch und wirklich nicht als Versteck geeignet. Nur ganz vorne am Strand, zwischen Weg und Meer, gibt es einige höhere Buschreihen. Dahinter liegen wirklich Nackte. Die liegen gerne bei den Büschen, weil sie nicht in den Ruf kommen wollen, andere belästigen zu wollen. Wo sonst auf dem Weg sind Büsche, hinter denen man sich verstecken könnte?

Die Behauptung, Nackte würde bis zur Straße laufen oder gar zur Urbanisation dahinter kann ich nicht bestätigen. Ich bin seit 12 Jahren regelmäßig an dem Strand, mit Familie und auch mit Kindern.

In dem Bericht wird der alte Witz wiederholt, dass tolerante Raucher nichts dagegen haben, wenn Andere nicht rauchen. Das suggeriert, der Anblick Nackter wäre so gefährlich, wie die reale Gesundheitsgefahr des Passivrauchens. Was soll mit diesem Vergleich bezweckt werden?

Tatsächlich ist es so, dass in der gesamten Menschheitsgeschichte nur ein extrem winziger Zeitraum, sagen wir 2.000.000 Jahre gegenüber 200 Jahren, nackt baden nicht modern war. Der Grund dafür ist bekannt. Unterdrückung durch Religionen und fehlende soziale Bildung. Nacktheit mit irgendwie ausgeübter Sexualität zu verwechseln, liegt schon im theapiewürdigen Bereich.

Um 1900 wurden geschlossene Wagen ins Meer geschoben, damit praktisch vollständig bekleidete Menschen ins Wasser springen konnten, ohne die damaligen Moralvorstellungen zu verletzen. Das ist, selbst für die meisten Verklemmten heute, nur lächerlich.

Es gibt auch heute "Unmoral" zu beklagen. Alltägliche Belästigung am Arbeitsplatz ist sicher 10.000 mal häufiger, als einem Exhibitionisten an der Busstaion zu begegnen, obwohl das durchaus eine Wunschvorstellung zu kurz Gekommener sein könnte. Ich finde es unmoralisch, aus Lebensmittel Treibstoff für Autos zu machen. Solche Dinge könnte ich noch endlos aufzählen.

Der Mensch trägt Kleidung um sich vor Witterung oder Verletzungen zu schützen und um sich zu "verkleiden". Dazu gehört der korrekte Geschäftsanzug für den "westlichen" Menschen oder auch, dass man nicht nackt Straßenbahn fährt. Verläßt man den Westen, wechselt bereits die Kleiderordnung und die Moralvorstellungen. Für den Taliban ist der Ganzkörperanzug seiner Frau selbstverständlich. Ob der Frauen davon begeistert sind kann ich nicht beurteilen. Mit fortschreitender Bildung sinkt jedenfalls die Neigung, sich frei erfundener Zwänge zu unterwerfen.

Noch zwei Anmerkungen zu Schluss. Das Kinder die einmal einen nackten Menschen gesehen haben zu Sittenstrolchen würden, wurde immer wieder behauptet, ist aber wiederlegt.

Wahr ist hingegen, dass Kinder die in Naturvölker aufwachsen, bei denen überwiegend keine Kleidung getragen wird, signifikant weniger zu Gewalt (in jeder Form) neigen.
 
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Letzte Änderung: 16.06.2008 21:28 von Jorge_F.
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#147
Benji0815 (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 8
graphgraph
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Aw: Schräger Beitrag, schräge Moralvorstellungen vor 6 Monaten, 3 Wochen Karma: 0  
Da ist nicht´s mehr hinzuzufügen.
 
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